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23.12.2025 - Wohlfühl-Ort: Münchner Kirchenradio zu Gast im Haus St. Anna


Wie sieht ein Zuhause auf Zeit aus, wenn Kinder und Jugendliche nicht bei ihren Familien leben können? Das Münchner Kirchenradio hat für die Sendereihe "Total Sozial" das Haus St. Anna in Aying unserer Einrichtung Clemens-Maria-Kinderheim besucht. Reinhören lohnt sich.

Die Jugendstilvilla St. Anna im Münchner Vorort Aying bietet den Kindern und Jugendlichen sowohl im Haus als auch im Außenbereich eine Idylle, die ihresgleichen sucht. Foto: Gabriele Heigl

Wenn Kinder und Jugendliche nicht mehr zu Hause leben können, brauchen sie Halt, Struktur und Menschen, die an sie glauben. Genau darum geht es im Haus St. Anna in Aying, einer Außenstelle des Putzbrunner Clemens-Maria-Kinderheims. In der Folge 282 der Sendereihe "Total Sozial" hat das Münchner Kirchenradio hinter die Türen geschaut und mit Barbara Lamich, stellvertretende Gesamtleitung des Clemens-Maria-Kinderheims, und Eva Maria Heilmair, Bereichsleiterin in St. Anna, über ihre Arbeit und die Lebensrealität der dort betreuten Kinder und Jugendlichen gesprochen.

Im Haus St. Anna leben aktuell 25 Kinder und 8 Jugendliche im Alter von 4 bis 21 Jahren. Sie kommen aus ganz unterschiedlichen familiären Situationen. "Es gibt das Vorurteil, dass nur Kinder aus schlechten Verhältnissen hier leben. Das stimmt nicht", erklärt Barbara Lamich. "Es sind Kinder, deren Eltern ihren Erziehungsauftrag aus ganz unterschiedlichen Gründen aktuell nicht erfüllen können. Unser Ziel ist es immer, Familien zu stärken und - wenn möglich - eine Rückführung vorzubereiten." 
 

"Haus St. Anna in Aying - Ein verlässlicher Ort für junge Menschen"

Im Juni 2025 erschien auf der KJF-Website eine größere Reportage über das Haus St. Anna mit vielen Fotos und auch Historischem zum Ursprung der Villa. Sie können ihn hier nachlesen.

Im großen Garten haben die Kleinen genug Platz zum Spielen und Toben. Foto: Andreas von Mendel/Clemaki

Die Kinder sind dem Haus verbunden

Der Radiobeitrag macht deutlich, was den Alltag in Aying prägt: feste Strukturen, enge Zusammenarbeit mit Eltern und Jugendamt, individuelle Förderung - und ganz viel Normalität und Fröhlichkeit. Barbara Lamich und Eva Maria Heilmair berichten von Ritualen wie ein liebevoll vorbereitetes Zimmer beim Einzug, gemeinsame Mahlzeiten, Geburtstagsfeiern oder Adventszeit mit Plätzchenbacken und Weihnachtsbaum gehören selbstverständlich dazu. "Die Kinder und Jugendlichen fühlen sich wohl und sind dem Haus verbunden", sagt Eva Maria Heilmair. "Für viele Kinder ist das hier ein ruhiger, geschützter Ort zum Aufwachsen."

Auch Vorurteile werden im Beitrag thematisiert - und entkräftet. Die Kinder sind nicht ständig traurig, sie sind nicht benachteiligt, und sie gehen nicht "unter". Sie laden Freundinnen und Freunde aus Kindergarten und Schule ein, man fährt zusammen in Urlaub, die Jugendlichen engagieren sich im Dorf, ministrieren und gehen zur Feuerwehr. Barbara Lamich: "Diese Kinder müssen auch eine Chance auf ein gutes Leben haben, und das geht nur, wenn sie eine gute Kindheit hatten, die ihnen wesentliche Fähigkeiten mit auf den Weg gibt, etwa was das Soziale anbelangt." Und sie ergänzt: "Dafür müssen sie so lange betreut werden, wie sie oder das Familiensystem es brauchen."

Sie können den Podcast hier nachhören oder überall dort, wo es Podcasts gibt.