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16.09.2026 - Was macht eine HPT?: Ein Interview über viele kleine Wow-Momente
Wenn jemand leidenschaftlich und fundiert von der Arbeit einer Heilpädagogischen Tagesstätte (HPT) erzählen kann, dann ist es Andrea Caroli. Die Sozialpädagogin begleitet und stärkt seit 30 Jahren Grundschüler:innen mit Förderbedarf und leitet die HPT im Adelgundenheim.

In der HPT im Adelgundenheim werden in zwei Gruppen jeweils acht Schulkinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren betreut.

Jedes Kind hat seinen eigenen festen Hausaufgabenplatz.
Wie sieht ein typischer Alltag in der HPT aus?
Vormittags ist es hier noch ruhig und wir können uns vorbereiten. Wir planen den pädagogischen Alltag, fertigen Berichte an, nehmen Kontakt zu kooperierenden Einrichtungen auf. Mittags ab 11:30 Uhr geht es richtig los: Teilweise werden die Kinder von unserem Fahrdienst geholt, teilweise kommen sie selbst. Die letzten treffen zwischen 13:15 Uhr und 13:30 Uhr bei uns ein. Wichtig ist uns, die Kinder liebevoll zu empfangen und gleich zu schauen, wie jeder so drauf ist. Sie dürfen erst einmal ankommen, spielen, ausruhen.
Um 13:30 Uhr gibt es das Mittagessen, das frisch gekocht aus unserer Großküche kommt. Wir haben zwei Gruppen mit je acht Plätzen und die Betreuer:innen und Kinder der jeweiligen Gruppe essen zusammen. Die Kinder helfen mit, decken den Tisch, holen Wasser. Anschließend wird aufgeräumt, die Zähne werden geputzt und die Kinder dürfen sich noch einmal eine Viertelstunde austoben.
Gegen 14:45 Uhr fangen wir mit den Hausaufgaben in den beiden Gruppen an. Ein Bezugsbetreuer arbeitet jeweils mit vier Kindern. Jedes Kind hat seinen eigenen festen Hausaufgabenplatz, den es selbst gestalten darf. Wer fertig ist, darf aufstehen und spielen gehen. Die Kinder dürfen sich in der HPT frei bewegen und unsere Spielzimmer nutzen. Ab hier mischen sich die Gruppen. Die Gruppentrennung erfolgt nur zum Mittagessen und zu den Hausaufgaben. In der Zeit nach den Hausaufgaben bieten wir verschiedene Projekte an. Zum Teil dürfen die Kinder frei wählen, zum Teil machen wir gewisse Vorgaben, um bestimmte Förderbedarfe abzudecken.
Um 17:15 Uhr setzen wir uns zu einer Brotzeit sowie einer Abschlussrunde mit beiden Gruppen zusammen und um 17:30 Uhr ist die HPT aus. Manche Kinder gehen allein nach Hause, andere werden von den Eltern abgeholt, wieder andere werden von unserem Fahrdienst nach Hause gebracht.
Ein klar strukturierter Tagesablauf – ähnlich wie im Hort. Wo liegt der größte Unterschied?
Ganz klar in der Größe der Gruppe und in der individuellen Förderung. Bei uns kümmert sich ein Betreuer, eine Betreuerin um vier Kinder bei den Hausaufgaben. Im Hort sind es zwei Betreuer für an die 30 Kinder. Das heißt, ich habe viel mehr Zeit für das einzelne Kind. Außerdem herrscht bei weniger Kindern viel mehr Ruhe beim Lernen.
Wie werden die Kinder noch gefördert?
Wir kooperieren beispielsweise mit Ergotherapie- und Logotherapie-Praxen, die direkt in die HPT kommen und unser Therapiezimmer nutzen dürfen. Die Kinder werden einfach für die Zeit der Therapie aus der Gruppe herausgenommen. Das bedeutet für die Kinder weniger Stress und die Eltern müssen nicht alles einzeln organisieren. Für uns ist das ebenfalls von großem Vorteil, denn so bekommen wir gleich den Input, was wir in der Woche mit den Kindern üben sollen.
Vormittags ist es hier noch ruhig und wir können uns vorbereiten. Wir planen den pädagogischen Alltag, fertigen Berichte an, nehmen Kontakt zu kooperierenden Einrichtungen auf. Mittags ab 11:30 Uhr geht es richtig los: Teilweise werden die Kinder von unserem Fahrdienst geholt, teilweise kommen sie selbst. Die letzten treffen zwischen 13:15 Uhr und 13:30 Uhr bei uns ein. Wichtig ist uns, die Kinder liebevoll zu empfangen und gleich zu schauen, wie jeder so drauf ist. Sie dürfen erst einmal ankommen, spielen, ausruhen.
Um 13:30 Uhr gibt es das Mittagessen, das frisch gekocht aus unserer Großküche kommt. Wir haben zwei Gruppen mit je acht Plätzen und die Betreuer:innen und Kinder der jeweiligen Gruppe essen zusammen. Die Kinder helfen mit, decken den Tisch, holen Wasser. Anschließend wird aufgeräumt, die Zähne werden geputzt und die Kinder dürfen sich noch einmal eine Viertelstunde austoben.
Gegen 14:45 Uhr fangen wir mit den Hausaufgaben in den beiden Gruppen an. Ein Bezugsbetreuer arbeitet jeweils mit vier Kindern. Jedes Kind hat seinen eigenen festen Hausaufgabenplatz, den es selbst gestalten darf. Wer fertig ist, darf aufstehen und spielen gehen. Die Kinder dürfen sich in der HPT frei bewegen und unsere Spielzimmer nutzen. Ab hier mischen sich die Gruppen. Die Gruppentrennung erfolgt nur zum Mittagessen und zu den Hausaufgaben. In der Zeit nach den Hausaufgaben bieten wir verschiedene Projekte an. Zum Teil dürfen die Kinder frei wählen, zum Teil machen wir gewisse Vorgaben, um bestimmte Förderbedarfe abzudecken.
Um 17:15 Uhr setzen wir uns zu einer Brotzeit sowie einer Abschlussrunde mit beiden Gruppen zusammen und um 17:30 Uhr ist die HPT aus. Manche Kinder gehen allein nach Hause, andere werden von den Eltern abgeholt, wieder andere werden von unserem Fahrdienst nach Hause gebracht.
Ein klar strukturierter Tagesablauf – ähnlich wie im Hort. Wo liegt der größte Unterschied?
Ganz klar in der Größe der Gruppe und in der individuellen Förderung. Bei uns kümmert sich ein Betreuer, eine Betreuerin um vier Kinder bei den Hausaufgaben. Im Hort sind es zwei Betreuer für an die 30 Kinder. Das heißt, ich habe viel mehr Zeit für das einzelne Kind. Außerdem herrscht bei weniger Kindern viel mehr Ruhe beim Lernen.
Wie werden die Kinder noch gefördert?
Wir kooperieren beispielsweise mit Ergotherapie- und Logotherapie-Praxen, die direkt in die HPT kommen und unser Therapiezimmer nutzen dürfen. Die Kinder werden einfach für die Zeit der Therapie aus der Gruppe herausgenommen. Das bedeutet für die Kinder weniger Stress und die Eltern müssen nicht alles einzeln organisieren. Für uns ist das ebenfalls von großem Vorteil, denn so bekommen wir gleich den Input, was wir in der Woche mit den Kindern üben sollen.

In der HPT ist Zeit für Spiel ...

... für Emotionen ...

... und für Kreativität.
Wir würden Sie insgesamt die Atmosphäre hier beschreiben? Was ist typisch für die HPT im Adelgundenheim?
Uns ist eine familiäre Atmosphäre sehr wichtig. Jeder, der zu uns kommt, soll sich wohlfühlen. Unser Credo lautet: Jeder darf so sein, wie er ist. Jeder wird akzeptiert. Wir vermitteln den Kindern: Du bist okay, wir mögen dich, aber wir finden nicht alle deine Handlungen okay. Das funktioniert erstaunlich gut, auch unter den Kindern. Es müssen sich nicht alle mögen, aber jeder muss respektieren, dass der andere da ist und dass derjenige genauso anständig behandelt werden will. Natürlich gibt es manchmal Streit, aber der wird schnell geklärt. Respekt ist uns einfach ganz wichtig.
In welchen Momenten merken Sie, dass Ihre Arbeit Sinn macht und Früchte trägt?
Permanent eigentlich. Ich mache das jetzt schon seit 30 Jahren und bin totale Verfechterin der HPT-Arbeit. Wenn jemand lernt, sein Besteck beim Essen richtig zu benutzen oder eine Schleife zu binden, wenn ein Kind Farben erkennt oder zum ersten Mal Gefühle zeigen kann – das sind alles Wow-Momente. Man muss nur hinschauen und kann sich jeden Tag über etwas freuen. Schön ist natürlich, wenn die Kinder mittags kommen, sich in deine Arme schmeißen und sagen, dass sie gerne hier sind. Auch die Wertschätzung und Dankbarkeit der Eltern tun gut.
Ein absolutes Highlight ist es allerdings, wenn Kinder, die ich früher betreut habe, als Erwachsene mal wieder bei uns reinschauen – und wenn die dann sagen: „Danke, dass ihr das mit mir gemacht habt, dass ihr mich ausgehalten habt. Ihr habt einen Anteil daran, dass ich gut groß geworden bin und mein Leben jetzt meistern kann.“
Interview und Fotos: Nicole Stroth/KJF
Uns ist eine familiäre Atmosphäre sehr wichtig. Jeder, der zu uns kommt, soll sich wohlfühlen. Unser Credo lautet: Jeder darf so sein, wie er ist. Jeder wird akzeptiert. Wir vermitteln den Kindern: Du bist okay, wir mögen dich, aber wir finden nicht alle deine Handlungen okay. Das funktioniert erstaunlich gut, auch unter den Kindern. Es müssen sich nicht alle mögen, aber jeder muss respektieren, dass der andere da ist und dass derjenige genauso anständig behandelt werden will. Natürlich gibt es manchmal Streit, aber der wird schnell geklärt. Respekt ist uns einfach ganz wichtig.
In welchen Momenten merken Sie, dass Ihre Arbeit Sinn macht und Früchte trägt?
Permanent eigentlich. Ich mache das jetzt schon seit 30 Jahren und bin totale Verfechterin der HPT-Arbeit. Wenn jemand lernt, sein Besteck beim Essen richtig zu benutzen oder eine Schleife zu binden, wenn ein Kind Farben erkennt oder zum ersten Mal Gefühle zeigen kann – das sind alles Wow-Momente. Man muss nur hinschauen und kann sich jeden Tag über etwas freuen. Schön ist natürlich, wenn die Kinder mittags kommen, sich in deine Arme schmeißen und sagen, dass sie gerne hier sind. Auch die Wertschätzung und Dankbarkeit der Eltern tun gut.
Ein absolutes Highlight ist es allerdings, wenn Kinder, die ich früher betreut habe, als Erwachsene mal wieder bei uns reinschauen – und wenn die dann sagen: „Danke, dass ihr das mit mir gemacht habt, dass ihr mich ausgehalten habt. Ihr habt einen Anteil daran, dass ich gut groß geworden bin und mein Leben jetzt meistern kann.“
Interview und Fotos: Nicole Stroth/KJF

