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20.10.2026 - Ein großer Schritt: So gelingt die Krippeneingewöhnung


Neue Bezugspersonen, neue Räume, neuer Tagesablauf: Mit Start der Krippe ist vieles neu – für die Kinder, aber auch für die Eltern. Wie dieses Abenteuer in der Münchner Kinderkrippe Sonnenwelt des Salberghauses gut gemeistert und begleitet wird, berichten Leiterin Anja Nappenbach und Erzieherin Bianca.

In der Kinderkrippe Sonnenwelt ...
 

... geht es bunt ...
 

... und fröhlich zu.
Wie können Eltern ihr Kind auf die Krippe vorbereiten?
Bianca: Wir thematisieren das bereits beim Eingewöhnungsgespräch, wenn wir mit den Eltern vorab den Ablauf und offene Fragen klären. Einer unserer Tipps ist, schon vorher Trennungen zu üben und das Kind einmal allein bei den Großeltern oder vertrauten Bekannten zu lassen. Oder noch einfacher: dass sich die Eltern verabschieden, wenn sie den Raum verlassen. Das sind alles Situationen, in denen man dieses bewusste Verabschieden gezielt üben kann.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist für uns das Abstillen. Das sollte nicht während der Eingewöhnung stattfinden, sonst sind das zwei große Ereignisse auf einmal, die das Kind überfordern können.

Anja Nappenbach: Darüber hinaus muss vorab geübt werden, ein Bedürfnis auch einmal aufzuschieben. Denn bei uns sind neben dem eigenen Kind elf andere Kinder in der Gruppe. Da können wir nicht immer sofort bereitstehen. Insofern ist es gut, wenn sich die Eltern zu Hause hinsetzen und ein Buch oder eine Zeitung lesen und das Kind fünf Minuten allein auf dem Teppich spielen lassen, ohne es ständig zu umkreisen. So lernt es, sich selbst mit etwas zu beschäftigen und sich selbst zu regulieren – Fähigkeiten, die Kinder in der Krippe benötigen.

Wie lange dauert die Krippeneingewöhnung?
Bianca: Wir sagen den Eltern immer, dass sie sich zwischen vier und sechs Wochen Zeit nehmen sollen. In der ersten Woche begleiten die Eltern ihr Kind und sind als fester Anker komplett mit dabei. In der zweiten Woche finden die ersten Trennungen statt, und es wird von Tag zu Tag gesteigert. In der dritten Woche starten wir meistens mit dem Mittagsschlaf – wenn der gut klappt, ist die Eingewöhnung eigentlich abgeschlossen. Doch die Eltern sollen sich von Anfang an einen Puffer einbauen, denn jedes Kind ist individuell.

Was macht eine gute Eingewöhnung aus?
Bianca: Bei den Eltern ist es sehr hilfreich, wenn sie eine Offenheit mitbringen und von unserer Seite Transparenz erfahren. Sie sollen wissen, dass sie immer auf uns zukommen können. Das baut viel Sicherheit bei den Eltern auf. Ihre Ängste sind bei uns gut aufgehoben, wir fangen das auf. Wenn sich die Eltern sicher fühlen, überträgt sich das auf die Kinder.

„Der Austausch ist das A und O“

Welche Probleme treten während der Eingewöhnung am häufigsten auf?
Bianca: Wenn sich die Kinder gerade in einer Fremdelphase befinden, kann man das von außen nicht wirklich beeinflussen. Entscheidend ist, dass man die Eltern sofort mit ins Boot holt und ihnen signalisiert: Wir nehmen uns die Zeit, wir schaffen diese Phase gemeinsam. Der Austausch ist hier wieder das A und O.

Anja Nappenbach: Genauso schwierig ist es, wenn die Eltern unter Druck stehen, weil sie möglichst schnell wieder zur Arbeit müssen, aber eigentlich emotional noch nicht bereit sind, ihr Kind abzugeben. Dann blockieren die Eltern und das Kind. Da sind viel Feinfühligkeit und Elternarbeit gefragt, damit sich Eltern und Kind wieder öffnen können.

Welche Tipps gibt es gegen Tränen und Trennungsschmerz?
Anja Nappenbach: Den Kindern hilft es, wenn sie einen Schnuller oder irgendeine andere vertraute Sache von zu Hause mitbringen. Das kann ein Tuch oder ein T-Shirt sein, das nach Mama oder Papa riecht. Wir haben auch schon Musik abgespielt, die zu Hause viel gehört wird.

Für die Eltern hilft einfach unser Eingewöhnungskonzept. Dadurch, dass sie die erste Woche den ganzen Vormittag mit in der Gruppe sind, lernen die Eltern uns in unserer täglichen Arbeit kennen und sehen, wie wir mit den Kindern umgehen.

Wann ist die Krippeneingewöhnung für Sie erfolgreich abgeschlossen?
Anja Nappenbach: Wenn wir sehen, dass die Kinder anfangen, selbstständiger zu spielen, uns als Betreuungsperson nicht mehr so stark brauchen und ihren Spielradius erweitern. Dann sind die Kinder hier so richtig gut angekommen.

Bianca: Für uns als Team ist der gelungene Mittagsschlaf immer das Zeichen, dass es jetzt gut klappt. Denn das bedeutet: Ich fühle mich hier sicher, ich vertraue mich an, ich kann zur Ruhe kommen und einschlafen.

Wieso ist der Krippenstart überhaupt so ein einschneidender Übergang?
Bianca: Weil das meistens der erste Moment ist, bei dem sich die Kernfamilie für neue Bezugspersonen öffnet.

Anja Nappenbach: Außerdem können die Kinder aufgrund ihres Alters noch nicht selbst erzählen, wie es in der Krippe war, was sie dort erlebt oder gegessen haben. Die Eltern erfahren das alles nicht direkt von ihrem Kind, sondern von uns Erzieherinnen. Das verlangt schon viel Vertrauen – und genau das bauen wir während der Eingewöhnung auf.

Interview und Fotos: Nicole Stroth/KJF