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24.05.2024 - Adoptiveltern-Tag: Wie Bindung zwischen Kind und Eltern aufgebaut wird


Adoptivelternschaft kann ganz schön herausfordernd sein. Zur Unterstützung der Eltern organisiert der Adoptionsdienst der KJF alljährlich in Augsburg den Adoptiveltern-Tag. Dieses Mal ging es um das Thema Bindung.

Studierende der Fachakademie "Maria Stern" kümmerten sich während des Vortrags für die Eltern liebevoll um deren Kinder. 
Ende April 2024 konnte wieder das schon traditionelle Seminar für Adoptiveltern mit dem Thema "Wir gehören zusammen - (Entwicklungs-)Psychologische Impulse für Adoptivfamilien" in Augsburg stattfinden. Claudia Reithmeier vom Adoptionsdienst der KJF Augsburg organisierte den Tag in bewährter Weise für den Adoptionsdienst der Katholischen Jugendfürsorge Landesverband Bayern e.V.. Zusammen mit Studierenden der Fachakademie für Sozialpädagogik "Maria Stern" konnte auch eine attraktive Betreuung für die Adoptivkinder auf die Beine gestellt werden. 

Nach der Begrüßung rief der Referent Dr. Hermann Scheuerer-Englisch, Psychologe und Familientherapeut aus Regensburg, in Erinnerung, dass das menschliche Leben mit einer "Entbindung" beginne und dann in den ersten Lebensjahren eine sichere Bindung aufgebaut wird. Die Bindung sei aber kein Selbstzweck, sondern soll es dem Kind ermöglichen, im Schutz der Bindungen ganz viel zu lernen und ein selbstständiger und selbstsicherer Mensch zu werden. Bindungspersonen seien nicht automatisch die leiblichen Eltern, sondern die Personen, die das Kind existenziell versorgen und täglich für das Kind da seien. Es ist die Aufgabe der Eltern, den Kindern eine sichere Basis zu bieten, von der aus die Kinder ihre Lebensaufgabe, ein eigenständiger Mensch zu werden, starten können.

Adoptiveltern-Tag in Augsburg: Zeit für Gespräche und Begegnungen.
Dr. Scheuerer-Englisch rief in seinem Vortrag die Voraussetzungen für einen sicheren Bindungsaufbau in Erinnerung und betonte, dass vor allem durch feinfühlige Fürsorge und Unterstützung der Autonomie der Eltern durch die gemeinsam gemachten Erfahrungen von Kind und Elternteil eine sichere und tragbare Bindung wird. Wenn die Adoptiveltern selbst auf diese Erfahrungen mit dem Kind und die jahrelang aufgebauten Bindungen vertrauen, dann können sie gelassen auf die Fragen ihrer Kinder nach der leiblichen Herkunft reagieren.

Nach einem bestärkenden Vortrag, bei dem auch auf die Fragen der Eltern mit Pubertierenden eingegangen wurde, verabschiedete Karin Diruf-Pritscher vom Adoptionsdienst der KJF München und Freising die Adoptiveltern und bedankte sich beim Referenten. Gemeinsam wurden die Kinder im Garten besucht und die in der Kinderbetreuung entstandenen Werke bewundert.

Text und Fotos: Adoptionsdienst KJF