• Wir geben Menschen eine Zukunft
  • Wir geben Menschen eine Zukunft
  • Wir geben Menschen eine Zukunft

Corona-Pandemie

Kreative Mitarbeitende: Im Ausnahmezustand neue Wege finden


Zwar konnten viele Leistungen unserer Einrichtungen in den letzten Wochen und Monaten nicht oder nur eingeschränkt angeboten werden. Zum Teil waren die Umstände sehr herausfordernd, und die üblichen Notfall-Pläne konnten nicht angewendet werden. In der Krise hieß es, schnell und flexibel zu handeln. Mehr als in anderen Zeiten kam es plötzlich darauf an, zu improvisieren. So wurde Vieles auf die Beine gestellt – zum Wohle und zur Sicherheit der Betreuten wie der Mitarbeitenden. Der Krisenmodus erwies sich als belastbar.


Clemens-Maria-Kinderheim: Mit Ponys und Ninjas

Mitte April bekamen die Kinder der KJF-Einrichtung Clemens-Maria-Kinderheim ganz besonderen Besuch. Die Ponys Joschi und Gaska trugen mit Geduld und Ausdauer die Mädchen und Buben durch die Grünanlagen der Einrichtung in Putzbrunn. Wer sich lieber im Wettkampf messen wollte, freute sich über eine weitere Aktion. Dank eines großzügigen Spenders bekamen die Kinder Besuch vom "Ninja Parcour". Der spannende Wettlauf gegen die Zeit und die motorischen Herausforderungen an der frischen Luft machten den Kindern großen Spaß. Für die ganz Kleinen war auch noch eine Zwergerl-Hüpfburg dabei. Wunderbare Abwechslungen in schwieriger Zeit.

Die Geräte kamen von der Firma Ertl aus Augsburg, einem Anbieter großer Spielgeräte für Festveranstaltungen, mit dem das ClemensMaria-Kinderheim schon lange zusammenarbeitet. Einrichtungsleiterin Sabine Kotrel-Vogel: "Die Besitzerin war zu Tränen gerührt, als wir angerufen haben, weil sie wegen Corona gar keine Buchungen mehr hatte und in großer Not war."

Im Sattel vergisst man ganz schnell dieses dumme Corona.
Die Ponys Joschi und Gaska zu Besuch im Putzbrunner Clemens-Maria-Kinderheim.
Die Begeisterung der Kinder war groß – wie man an dieser Zeichnung sieht.
An Seilen, Stangen und Griffen dem Ziel entgegen: Kinder lieben die Herausforderungen eines Kletterparcours. Fotos: Clemaki/KJF


Geschäftsstelle: Hauptsache Abstand

Sie arbeiteten Mitte März noch mehr als sonst am Anschlag: unsere Kollegen aus der EDV, Günter Kerscher und Stephan Schnabel von KerComp IT-Systemhaus. In Zeiten von Corona mussten für viele KollegInnen VPN-Tunnel für die Arbeit im Home-Office eingerichtet werden. War doch mal eine Besprechung face-to-face unumgänglich, fand sie wie in Corona-Zeiten üblich statt: Mit ausreichend Abstand und leicht erhobener Stimme. Damit es keine Platzprobleme gab, traf sich der Vorstand im großen Saal beispielsweise zur Besprechung für die neue Träger-Website.

Günter Kerscher (links) und Stephan Schnabel in ihrem "Reich" im Erdgeschoss der Geschäftstelle in der Adlzreiterstraße.
Ab fünf Teilnehmenden fanden Besprechungen im großen Saal statt. Von links: KJF-Vorstand Bastian Eichhammer, Vorstandsvorsitzender Bartholomäus Brieller und die Webentwickler Andreas Brendle und Daniel Kükenhöhner. Fotos: Gabriele Heigl/KJF


Lichtblick Hasenbergl: Was zum Spielen und zum Futtern

Die Münchner KJF-Einrichtung Lichtblick Hasenbergl bot nicht nur spontan und schnell Notgruppen zur Kinderbetreuung an für Kinder in Gefährdungssituationen. Es wurden auch Lebensmittel an alleinerziehende Mütter mit kleinen Kindern und zum Osterfest Geschenktüten für die betreuten Kinder verteilt, die die Einrichtung wegen Corona nicht mehr aufsuchen konnten.

Die Osterüberraschungen ...
... und die Lebensmittel kamen per Bollerwagen. Fotos: Lichtblick Hasenbergl/KJF


Salberghaus: Schildkröten unterm Regenbogen

Bunte Patschhändchen gegen den Corona-Trübsinn: Anfang April schickten die kleinen Schildkröten aus der Schildkrötengruppe vom Salberghaus in Putzbrunn einen Regenbogengruß nach draußen.

Draußen war der Frühling noch nicht eingekehrt, dafür präsentierten sich die Fenster im Salberghaus schon farbenfroh. Foto: Salberghaus/KJF


SBW-Flexible Hilfen: Die bildenden Künstler des WIP

Malaktion: Ein talentierter Künstler – man beachte den wunderbaren Vogel in der unteren Ecke.
Keine Corona- sondern eine Farbschutzmaßnahme: die weißen Ganzkörperanzüge.
Mit Herz und Leidenschaft bei der Sache. Und mit Maske. Fotos: Andreas Seefried/KJF

Corona machte es möglich: Die Jungs aus dem Münchner Wohn- und Integrationsprojekt Theodolindenstraße (WIP) entdeckten ihre künstlerische Ader. In einer "Stayathome-Challenge" Ende April gestalteten sie mit sichtlicher Freude Transparente. Der Malaktion folgte dann im Mai ein Skulpturen-Projekt. Es wurde von SBW-Flexible Hilfen in Zusammenarbeit mit den Ambulanten Erziehungshilfen, die wegen Corona keine Gruppenmaßnahmen mehr durchführen durften, verwirklicht. Mit Gasbetonsteinen und Verputz entstand so das Kunstwerk "Mamacita". Das ist Spanisch und heißt "Mama-chen" oder "Mütterchen".  In der Spanisch sprechenden Welt ist es aber eine Bezeichnung für attraktive und hübsche Frauen. Die Aktionen dienten nicht nur der Kreativitätsförderung, sondern auch dem Teambuilding. Ziel: erreicht.

Skulpturen-Projekt: Die "Mamacita" ist schon da, sie muss nur noch "herausgeholt" werden.
Nach Sägen, Fönen und Bemalen ...
... erstrahlt sie in bunter Schönheit.


Jugendhilfe Nord: Wer näht uns Masken?

Not macht erfinderisch. Als Frank Eichler, Leiter der Freisinger KJF-Einrichtung Jugendhilfe Nord, ein Maskenproblem bekam – überall ausverkauft –, richtete er sich mit einem Appell in der Freisinger Ausgabe der Süddeutschen Zeitung an mögliche SpenderInnen. In einem Interview berichtete er von seiner vergeblichen Suche nach Mund-NasenSchutzmasken. "Wir sind mit voller Wucht von der Corona-Krise betroffen, die Pandemie bedeutet für unsere Einrichtungen eine Herausforderung", meinte er darin. Um mit den Kindern und Jugendlichen in den Wohngruppen noch außer Haus oder zum Einkaufen gehen zu können, brauche die Einrichtung Masken. Auch die MitarbeiterInnen in der Ambulanten Erziehungshilfe müssten, um noch Familien besuchen zu können, Masken tragen. Der Markt sei leergefegt. Eichler: "Und da wir niemanden haben, der schnell und gut nähen kann, habe ich mich entschlossen, einen Aufruf zu starten: Wir wären wirklich sehr dankbar, falls uns eine Näherin 50 bis 60 Community-Masken spenden würde."

Spenden kamen von allen Seiten

Dieser Aufruf zeitigte schnell Erfolge. Nicht nur Einzelpersonen und Mitarbeitende, die selbstgenähte Schutzmasken vorbeibrachten, hätten sich gemeldet, so Frank Eichler. "Besonders gefreut haben wir uns auch über Masken, die uns die Lebenshilfe kollegial überließ, Masken, die uns über die Bürgerstiftung Freising erreicht haben, eine große Spende von Texas-Instruments und eine weitere Spende von Cornelia Berchthold vom 'Kasperlstübchen' in Marzling." Ein weiterer Erfolg: Martin Eichhorn vom Taekwon-do-Center Freising vermittelte dem Kinderheim St. Klara 1500 medizinische Einmalschutzmasken als Spende – eine große Unterstützung, die zusammen mit einem dicken Spendensparschwein bei der Jugendhilfe Nord ankam. "So sind wir nun insgesamt gut ausgestattet, und unsere Mitarbeitenden und die Kinder und Jugendlichen gewöhnen sich zunehmend an den Gesichtsschmuck", freut sich Frank Eichler.

Ein Screenshot der Berichterstattung in der Freisinger Süddeutschen Zeitung.
Das Sparschwein wurde von 1500 Atemschutzmasken begleitet – eine Spende des Taekwon-do-Centers Freising. Foto: Frank Eichler/KJF

 

Jugendhilfe Nord: Steinschlangen und Vogel-Bingo

Die Betreuungsteams in den drei Kinderhorten Kammergasse, St. Korbinian und St. Vinzenz Pallotti der Jugendhilfe Nord erstellten jede Woche einen Newsletter für ihre Hortkinder. Darin gab es zum Beispiel Vorschläge zum Basteln, eine Mathe-Rallye, Schon-gewusst-Fragen, eine Steinschlangen-Aktion, ein Vogel-Bingo, Bilder zum Ausmalen und Text-Aufgaben. Wie gut die Aktion ankam, zeigte sich darin, dass die Kinder Briefe und Bilder ans Hort-Team schickten. So blieben sie in Kontakt mit den Fachkräften, die Newsletter verkürzten ihnen die Zeit der Ausgangsbeschränkungen, und die Aktion brachte eine kleine Entlastung für die Eltern.

Im Newsletter finden die Hortkinder jede Menge Spiele, Malblätter, Aufgaben und Rätsel. Foto: Gabriele Heigl/KJF

 

Adelgundenheim: Ameisen und Bären

Das Team der Schulbezogenen Hilfen der Sozialpädagogischen Lernhilfen (SPLH) des Adelgundenheims zeigte sich flexibel: Es teilte sich in die Gruppe A wie Ameisen und die Gruppe B wie Bären und arbeitete abwechselnd in Früh- und Spätschicht. Wäre jemand infiziert worden, hätte die andere Hälfte trotzdem arbeiten können.

Ideen muss man haben – und Bärchen-Ohren: Drei Fachkräfte der Bären-Gruppe. Foto: Adelgundenheim/KJF

 

Einrichtungsverbund Steinhöring: Masken-Mode

Auch in Steinhöring gab es Maskenmangel. Um den zu beheben setzten sich die MitarbeiterInnen und BewohnerInnen des Einrichtungsverbunds Mitte April an die Nähmaschinen und fertigten Mundschutz-Masken. Stylish!

Die Maskennäherinnen von Steinhöring – auch hier natürlich mit dem gebotenen Abstand.
Der Look der Masken: Dirndl- und Jeans-kompatibel. Fotos: EVS/KJF

Alle Texte: Gabriele Heigl